Entstehung des Vereins Suchtberatung Trier e.V. " Die Tür "

Entscheidend für die Gründung eines neuen Beratungskonzeptes war 1991 die Tatsache, dass immer weniger Jugendliche und Suchtgefährdete von sich aus Suchtberatungsstellen aufsuchten.
Vor allem in der Jugendarbeit tätige Institutionen stellten einen enormen Handlungsbedarf fest, um suchtgefährdeten Menschen zu helfen, die vom herkömmlichen Beratungsangebot nicht erreicht wurden.

In dieser Situation setzten sich die städtische Jugendpflege, die Trierer Initiative Junger Arbeitsloser (TINA e.V.) und das Jugendzentrum Exzellenhaus e.V. zusammen, um über eine neue Konzeption zu beraten.
Erste Gespräche mit dem damaligen Landesdrogenbeauftragten von Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Frietsch, erfolgten und schließlich wurde im Dezember 1991 der Verein Suchtberatung Trier e.V. aus der Taufe gehoben.
Besonderes Kennzeichen des Vereins ist, dass er die Zusammenarbeit zweier verschiedener sozialpädagogischer Institutionen satzungsmäßig verankert.

In der ersten vorläufigen Konzeption wurde vor allem Wert darauf gelegt, den veränderten Rahmenbedingungen von Suchtberatung Rechnung zu tragen, indem die "klassische Form Beratungsstelle", die die Betroffenen von sich aus aufsuchen müssen, erweitert wurde um ein niedrigschwelliges Angebot in Form von Streetwork.

Im März 1992 erfolgte ein Stadtratsbeschluss und finanzielle Mittel wurden bereitgestellt.
Das Sozialministerium Mainz ermöglichte die Aufnahme der praktischen Tätigkeit durch eine Bezuschussung aus Landesmitteln.
Im August 1992 wurden zwei Fachkräfte, ein Diplom-Psychologe und eine Sozialpädagogin eingestellt. Aus Mitteln der Arbeitsverwaltung konnte für eine befristete Zeit eine weitere Fachkraft beschäftigt werden.

Im Laufe der Jahre entstanden kontinuierlich neue Angebote, die eine Vergrößerung des Teams erforderten. Momentan sind in der Beratungsstelle sechs Fachkräfte beschäftigt.

Zielsetzungen des Vereins und seiner Mitarbeiter

Das Beratungsangebot richtet sich schwerpunktmäßig an Jugendliche und junge Erwachsene, die Probleme mit Alkohol, Medikamenten und illegalen Drogen haben.

Das Angebot gilt ebenso für Angehörige von suchtgefährdeten oder suchtkranken Menschen, die ein besseres Verständnis der Krankheit erlangen möchten und im Umgang mit sich selbst und dem/der Angehörigen sicherer werden möchten.

Sucht wird nicht allein medizinisch oder psychologisch betrachtet, sondern unter Beachtung der gesamten Lebenssituation des betroffenen Menschen (Arbeitswelt, finanzielle Situation, Wohnraum).
Das bedeutet, dass über die "klassische Suchtberatung" hinaus möglichst konkrete Hilfen zur Lebensbewältigung angeboten werden.

Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung des Suchtmittelmissbrauchs sollen erarbeitet und weitergegeben werden.
Prävention darf dabei nicht unglaubwürdig sein, sie soll an den Erfahrungen, an der Lebenswelt der Menschen ansetzen.

Das Beratungsangebot soll möglichst niedrigschwellig sein, Jugendlichen soll die Auseinandersetzung mit ihrem Suchtmittelkonsum lebensweltnah ermöglicht werden.

Für die Zukunft sollen Modelle erarbeitet werden, wie die Lebenssituation betroffener Menschen weiter verbessert werden kann.
Genannt sei hier der weitere Ausbau ambulanter Hilfeangebote, sowie die Schaffung einer Fachstelle für Suchtprävention.